Aquaponik-Forum

Normale Version: AP ist (m)ein Leben wert!
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Hey gleichgesinnte AP-Nerds!

Ich bin seit 2019 hier angemeldet, also nicht mehr ganz sooo frisch. Ich habe enorm viel aufzuholen! Junge, Junge – ich bin froh, dass es das Forum noch gibt.
Hier gelandet bin ich, nachdem ein großes AP-Projekt mit dem EWB aus Karlsruhe leider nicht umgesetzt werden konnte. Hier das Projekt, an dem ich mitgewirkt habe, da keine URL: -> EWB-Karlsruhe / Lankaponics  (unter der Kategorie Sri Lanka)
Ich war vorher Mitglied im famosen AP-Verein Deutschland, der sich leider ziemlich schnell wieder aufgelöst hat …

Zu meiner AP-Vergangenheit:
2009 war ich für ein Jahr in Australien. Dort habe ich einen Biologen kennengelernt und mehrere Monate als Couchsurfer mit ihm zusammen gewohnt.
Dieser Typ hatte eine unglaubliche Begeisterung für alles, was wächst und gedeiht. Er hatte eine kleine (aber keineswegs rudimentäre) Anlage in einem alten Pool gebaut.
Das System befand sich in einem zu 90 % leeren Pool und bestand aus ein paar NFT-Röhren, die kontinuierlich durch eine Pumpe bewässert wurden. Das Geniale an dem System war, dass Enten, Gänse, Fische und Flusskrebse in der verbliebenen „Lache“ lebten.
Das war meine erste Erfahrung mit AP. Und wenn man sich die Systeme anschaut, die wir hier so kennen, war das eine der ganzheitlichsten Anlagen, die ich je gesehen habe. Mit minimalem technischem Aufwand hat er Unmengen an Tomaten, Gurken und Salat produziert.
Das alles – gepaart mit seiner unbändigen Begeisterung – hat mich komplett infiziert.

Nach meiner Rückkehr aus Australien habe ich mein Abitur nachgeholt, um Biologie (oder etwas in die Richtung) studieren zu können.
Schlussendlich habe ich Umweltwissenschaften in Landau studiert – mit dem Ziel, so viel wie möglich über bzw. für AP zu lernen. Ich habe mich auf aquatische Ökosysteme spezialisiert und alles mitgenommen, was ging. Parallel habe ich mit Freunden und Gleichgesinnten erste Anlagen gebaut und eigene Erfahrungen gesammelt.
Beim großen Projekt mit dem EWB konnte ich mein Wissen zumindest teilweise in die Praxis umsetzen.
Während meines Studiums habe ich außerdem in Aquakulturen, an der Iffezheimer Fischtreppe und in verschiedenen aquatisch geprägten Projekten mitgearbeitet.
Dann kam Corona – und als Student war das finanziell und organisatorisch eine echt harte Zeit. Das hat ja jeder miterlebt...

Ich habe mehrere Gründungsversuche gestartet, die meist an Platzmangel, Geldmangel – und ein bisschen an eigener Naivität – gescheitert sind. Die Begeisterung hat mich aber nie verlassen.

Inzwischen habe ich etwas Zeit und Kapital, eine kleine Anlage (Bilder folgen, sobald sie nach dem Umbau und Winter mal läuft) und große Pläne und Ideen für zukünftige AP-Systeme 😉

Ich sehe AP als integralen Bestandteil der zukünftigen Versorgungssicherheit in Deutschland. Kaum ein System liefert so umwelt- und ressourcenschonend gesunde und nachhaltige Proteine wie Aquaponik.

Bei Fragen zu meinen Erfahrungen oder sonstigem bin ich mir nie für eine Antwort zu schade. Außerdem habe ich eine recht umfangreiche – wenn auch mittlerweile vielleicht etwas veraltete – Sammlung an Papers, Berichten etc. über AP, die ich gerne teile.

Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Gleichgesinnten!

MfG,
Julian
(17.02.2026, 22:57 )aqponicnerd schrieb: [ -> ]Hey gleichgesinnte AP-Nerds!

Ich bin seit 2019 hier angemeldet, also nicht mehr ganz sooo frisch. Ich habe enorm viel aufzuholen! Junge, Junge – ich bin froh, dass es das Forum noch gibt.
Hier gelandet bin ich, nachdem ein großes AP-Projekt mit dem EWB aus Karlsruhe leider nicht umgesetzt werden konnte. Hier das Projekt, an dem ich mitgewirkt habe, da keine URL: -> EWB-Karlsruhe / Lankaponics  (unter der Kategorie Sri Lanka)
Ich war vorher Mitglied im famosen AP-Verein Deutschland, der sich leider ziemlich schnell wieder aufgelöst hat …

Zu meiner AP-Vergangenheit:
2009 war ich für ein Jahr in Australien. Dort habe ich einen Biologen kennengelernt und mehrere Monate als Couchsurfer mit ihm zusammen gewohnt.
Dieser Typ hatte eine unglaubliche Begeisterung für alles, was wächst und gedeiht. Er hatte eine kleine (aber keineswegs rudimentäre) Anlage in einem alten Pool gebaut.
Das System befand sich in einem zu 90 % leeren Pool und bestand aus ein paar NFT-Röhren, die kontinuierlich durch eine Pumpe bewässert wurden. Das Geniale an dem System war, dass Enten, Gänse, Fische und Flusskrebse in der verbliebenen „Lache“ lebten.
Das war meine erste Erfahrung mit AP. Und wenn man sich die Systeme anschaut, die wir hier so kennen, war das eine der ganzheitlichsten Anlagen, die ich je gesehen habe. Mit minimalem technischem Aufwand hat er Unmengen an Tomaten, Gurken und Salat produziert.
Das alles – gepaart mit seiner unbändigen Begeisterung – hat mich komplett infiziert.

Nach meiner Rückkehr aus Australien habe ich mein Abitur nachgeholt, um Biologie (oder etwas in die Richtung) studieren zu können.
Schlussendlich habe ich Umweltwissenschaften in Landau studiert – mit dem Ziel, so viel wie möglich über bzw. für AP zu lernen. Ich habe mich auf aquatische Ökosysteme spezialisiert und alles mitgenommen, was ging. Parallel habe ich mit Freunden und Gleichgesinnten erste Anlagen gebaut und eigene Erfahrungen gesammelt.
Beim großen Projekt mit dem EWB konnte ich mein Wissen zumindest teilweise in die Praxis umsetzen.
Während meines Studiums habe ich außerdem in Aquakulturen, an der Iffezheimer Fischtreppe und in verschiedenen aquatisch geprägten Projekten mitgearbeitet.
Dann kam Corona – und als Student war das finanziell und organisatorisch eine echt harte Zeit. Das hat ja jeder miterlebt...

Ich habe mehrere Gründungsversuche gestartet, die meist an Platzmangel, Geldmangel – und ein bisschen an eigener Naivität – gescheitert sind. Die Begeisterung hat mich aber nie verlassen.

Inzwischen habe ich etwas Zeit und Kapital, eine kleine Anlage (Bilder folgen, sobald sie nach dem Umbau und Winter mal läuft) und große Pläne und Ideen für zukünftige AP-Systeme 😉

Ich sehe AP als integralen Bestandteil der zukünftigen Versorgungssicherheit in Deutschland. Kaum ein System liefert so umwelt- und ressourcenschonend gesunde und nachhaltige Proteine wie Aquaponik.

Bei Fragen zu meinen Erfahrungen oder sonstigem bin ich mir nie für eine Antwort zu schade. Außerdem habe ich eine recht umfangreiche – wenn auch mittlerweile vielleicht etwas veraltete – Sammlung an Papers, Berichten etc. über AP, die ich gerne teile.

Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Gleichgesinnten!

MfG,
Julian



Hallo Julian,

das finde ich sehr interessant hier einen weiteren Profi kennen zulernen. Nachdem ich hier viel gelesen habe unteranderem auch zum Energieverbrauch (@Stephan - Talapia Zucht) und das Problem "was machen im Winter" bin ich für mich ehr auf der Suche nach Kaltwasser AP (wenig Energieeinsatz, Fische überwintern lassen, robuste, leicht zu zuüchtene Fische) Da ich nichts vermarkten möchte, sondern den Fisch nur für mich nutzen möchte ist das Thema Gräten im Fisch ehr nachranging. 

Mein erstes Projekt, was ehr keine AP ist habe ich angeschoben. Mitte April bekomme ich die Fische (100 Schleie). Diese kommen dann in unseren alten Schwimmteich. ca. 80m³, bis 1,5m tief und reichlich pflanzliches und tiereses Leben im Teich. Die Schleie sollen sich dort am Anfang weitesgehend selbst ernähren und ab dem 2. Jahr werde ich dann denzent zufüttern. Idealerweise nur mit Weizen - anderes (tierisches) soll weitwer aus dem Teich kommen. 
Am Ende des 3. Sommers werde ich dann Probeangeln und schauen ob die größe schon passt. 
Ziel hier ist es eigentlich einen Kreislauf mit natrülicher Vermehrung zu erhalten und nachhaltig aus dem Teich Fisch für den Tisch zu erhalten.
(Produktion von Pflanzen ist hier eigentlich nicht geplant, die Teichbepflanzung soll die Nährstoffe aufnehemen. Eventuell wenn es zu viel wird einen kleinen Beipass mit einem Pflanzenbeet)

Durch dieses Thema bin ich dann auf AP gestoßen. 
Hier plane ich nun einen Versuch mit 6 Karauschen in einem vorhandenen 500l Wasserbecken und dazu ein kleines Pflanzenbeet.

Klar ist das alles nicht mit Profianlagen vergleichbar, welche für den Markt produzieren sollen. Das ist auch nicht mein anspruch, sondern die Selbstversorgung um Fisch erweitern. 

Generell bin ich zu allem an robusten Kaltwasserfischen und dem Füttern mit einfachen pflanzlichen Produkten (Weizen, Mais,...) interessiert. 
(es spricht nichts gegen eine kleine Zufütterung mit fertig Futter, aber es ist nicht Ziel mit gekauftem Hochleistungsfutter [mit unklarer Herkunft/ Fischmehl?!] eine Mast zu betreiben)
Hey Gus!

Ich habe hier leider noch gar nicht so viel gelesen!habe echt einiges aufzuholen! Auf die Gefahr hin, dass ich etwas wiederhole oder jemandem auf den Schlips trete, tue ich einfach mal meine Meinung kund.

Also „kalt“ AP hängt stark davon ab, wie kalt es tatsächlich wird. Forellen lieben kaltes Wasser (z. B. um die 10–14 °C). Das ist aber für viele Pflanzen schon recht kühl und vor allem kann es die wichtige Arbeit der Bakterien deutlich verlangsamen (RGT-Regel).
Kurz gesagt: „Kalte“ AP hat ihr eigenes Set an Problemen bzw. Herausforderungen.

Dazu muss man aber auch sagen, dass AP im Winter durchaus möglich ist, ich behaupte sogar mit relativ geringem Energieeinsatz (ohne jetzt alle Beiträge im Forum gelesen zu haben 😉). Es gibt unbeheizte Gewächshäuser in skandinavischen Regionen, die durch besondere Bauweise, gute Isolierung und z. B. Nutzung von Erdwärme oder Wärmespeicherung funktionieren. Zu dem Thema gab es schon viele kreative Ansätze. Am Ende ist es natürlich immer eine Frage der Kosten-Nutzen-Rechnung.

Zu deinem „Teich-Projekt“ würde ich dir gerne ein paar Fragen stellen. Allgemein gesagt halte ich das für sehr vielversprechend, aber mit ein paar Tücken! Eigentlich ist das ja fast die ursprünglichste Version von AP.
Ich denke, wir sollten dafür in einen eigenen Thread umziehen.

Kurz zu deinem zweiten Projekt:
Ich bin ein großer Fan der Karpfenartigen – genügsam, friedlich und ergiebig. Mit der Karausche habe ich persönlich wenig Erfahrung, aber soweit ich weiß, gilt sie als sehr robust – teilweise sogar noch robuster als andere Karpfenartige.
Für deinen Schwimmteich wären sie wahrscheinlich extrem gut geeignet! Allerdings macht die Schlachtung wegen der vielen Schuppen etwas weniger Spaß.
Auch hier wäre vielleicht ein eigener Thread sinnvoll – eventuell hast du ja schon einen eröffnet? Ich habe mich noch nicht komplett durch die Threads gewühlt.

Noch kurz zum Futter:
Es gibt inzwischen einige Alternativen zum klassischen Fischmehl, gerade für extensive Aquakultur und mit reduziertem Anteil an Weizen oder Mais (die eher typische Mastkomponenten sind).
Fischmehl, insbesondere aus Wildfisch, liefert allerdings bestimmte Fettsäuren ( EPA und DHA), die wichtig für den Omega-3-Gehalt im Fisch sind. Bei rein pflanzlichem Futter ist das oft schwieriger zu erreichen, wobei inzwischen auch hier Alternativen (z. B. Algenöle) entwickelt werden.

Futter ist insgesamt ein sehr großes und komplexes Thema.

Lass uns am besten in dedizierte Threads umziehen, damit ich dir noch ein paar detailliertere Infos zu deinen Fragen geben kann!

Mfg,
Julian
Das machen wir so.