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RE: Wärmepumpe - NBGer - 09.01.2024

kleiner Euphorie-Dämpfer :(

meine Mini-WP kämpft mit Vereisung.
Die Wärmetauscher-Lamellen auf der Rückseite vereisen komplett. Nach einiger Zeit schaltet die WP ab, um abzutauen.
Das ist jetzt schlimmer geworden, wahrscheinlich weil inzwischen draußen deutliche Minus-Temperaturen herrschen.
Anfangs war es meist nur so eine Art Reifschicht, jetzt hat sich richtig Eis gebildet.
Ich hab die WP jetzt mal für mehrere Stunden abgeschaltet, trotzdem ist sie nicht ganz abgetaut. Ich glaube - wenn der WP-Ventilator nicht läuft, dass durch den Außenluftkanal Außenluft mit Minusgraden in die WP gezogen wird.

Die Umgebungsbedingungen im Keller wären eigentlich nicht so schlecht. In der Nähe der WP sind es aktuell ca. 13 Grad und 40..50 % Luftfeuchte. Ich fürchte, dass dieses Vereisungs-Problem auch dann auftritt, wenn ich die WP bestimmungsgemäß verwende (außen, Plusgrade, Tankwasser erwärmen).
Ich denke, zur Sicherheit muss ich bei der AP auch eine normale Elektroheizung einplanen, die die Zeiten überbrückt, in der die WP nicht läuft.


RE: Wärmepumpe - Stephan - 09.01.2024

Hallo Richard,

der Nutzen für die AP liegt auf der Hand ist nicht weg zu diskutieren. Du versuchst gerade Dein Haus damit warm zu halten und das ist zuviel verlangt für ein Gerät das auf Sommerbetrieb ausgelegt ist.

Gedankenspiel, da unsinnig. Selbst wenn Du jetzt einen 2 kW Heizlüfter in den Keller stellst und den über die Temperatur regelst dürftest Du am Ende der Heizperiode keine erheblich höheren Energiebedarf als den benannten haben und die WP würde weniger schnell vereisen. Im Grunde hat Dein Versuch bestätigt das wir in unserem Haus eine Klimaanlage zu Heizen verwenden können. Lediglich der Warmwasserspeicher, den wir aktuell nicht haben, wäre mit deutlichen Mehrkosten verbunden.

Gruß
Stephan


RE: Wärmepumpe - NBGer - 09.01.2024

(09.01.2024, 18:56 )Stephan schrieb: Hallo Richard,

der Nutzen für die AP liegt auf der Hand ist nicht weg zu diskutieren. Du versuchst gerade Dein Haus damit warm zu halten und das ist zuviel verlangt für ein Gerät das auf Sommerbetrieb ausgelegt ist.

Gedankenspiel, da unsinnig. Selbst wenn Du jetzt einen 2 kW Heizlüfter in den Keller stellst und den über die Temperatur regelst dürftest Du am Ende der Heizperiode keine erheblich höheren Energiebedarf als den benannten haben und die WP würde weniger schnell vereisen. Im Grunde hat Dein Versuch bestätigt das wir in unserem Haus eine Klimaanlage zu Heizen verwenden können. Lediglich der Warmwasserspeicher, den wir aktuell nicht haben, wäre mit deutlichen Mehrkosten verbunden.

Gruß
Stephan

ja genau...auch mit vielen Klimaanlagen kann man heizen...oder mit Wärmepumpen kühlen ;)

auch wenn mit meinem Versuch die Mini-WP überfordert ist, so ist es auch für mich interessant und lehrreich.
Inzwischen weiß ich, dass auch "richtige" Wärmepumpen regelmäßig vereisen, aber die haben eine Abtauautomatik...meine Kleine nicht.
Das ist eigentlich einfache Physik. Am Wärmetauscher entstehen im Betrieb Minusgrade. Und bei einer gewissen Luftfeuchte schlägt sich diese als Reif oder Eis nieder.
Trotzdem schafft es meine WP ja fast, das Haus warm zu halten. Ich hatte jetzt meistens eine Raumtemp. von 20 Grad; die Wohlfühltemperatur läge aber ein bisschen höher. Ich denke, wenn ich mir eine "richtige" Wärmepumpe anschaffe, dann im Bereich 5..8 kW.
Die Monoblock Wärmepumpen selbst sind gar nicht so teuer; die würde ich im Internet schon ab ca. 4000€ bekommen. Ich denke darüber nach, einen Großteil der Arbeit selbst zu machen.
Was mir aktuell auch gefällt...Du hast ja schon mal erwähnt, dass Dir die WP zu laut wäre. Ich betreibe sie im Keller mit Luftkanal nach außen.
Draußen hört man nur ein leises Geräusch von Luftzug. Das stört niemanden.
Es gibt ja auch so Wärmepumpen zur Innenaufstellung für Luftkanäle. Aber die sind ziemlich teuer und meine aktuellen Kanäle DN200 zu klein

ich habe ja Zeit zum Ausprobieren und Nachdenken...diesen Winter finde ich keinen Handwerker, der mir eine Wärmepumpe installiert, die sind alle ausgelastet. Falls ich überhaupt eine Rückmeldung bekomme, dann heißt es "frühestens ab Frühjahr...)


RE: Wärmepumpe - NBGer - 12.01.2024

(09.01.2024, 18:56 )Stephan schrieb: ...
Gedankenspiel, da unsinnig. Selbst wenn Du jetzt einen 2 kW Heizlüfter in den Keller stellst und den über die Temperatur regelst dürftest Du am Ende der Heizperiode keine erheblich höheren Energiebedarf als den benannten haben und die WP würde weniger schnell vereisen.

aktuell ist es deutlich kälter (Minusgrade Tag und Nacht), und das ist dann doch etwas zu viel für meine Mini-WP.
Nachdem jetzt auch den ganzen Tag keine Sonne scheint, geht langsam die Temperatur zurück

Ich habe deswegen mal Deine Idee aufgegriffen und helfe mit einem Heizlüfter nach, der von hinten die Lamellen der WP anwärmt.
Und es funktioniert eigentlich gut! Auf den Lamellen bildet sich zwar noch Reif, aber kein Eis mehr und die WP arbeitet effektiver.
So ganz langsam steigt auch wieder die Raumtemperatur. Das ist auch schön zu sehen an der Rücklauftemperatur des Heizkreises.
Ich habe jetzt ein paar Temperaturfühler eingebaut und auf meine Steuerung gelegt. So kann ich das ganze beobachten.
Vor allem sehe ich die Unterschiede, wenn ich etwas am Aufbau ändere.

Hier mal eine Aufzeichnung von heute nachmittag. Die Vorlauftemperatur (von der Wärmepumpe in den Heizkreis) beträgt bis zu 25 Grad; die Rücklauftemperatur steigt jetzt wieder über 20 Grad. Wenn ich den Heizlüfter ein oder ausschalte, sieht man das ziemlich schnell an der Vorlaufkurve.

Der Heizlüfter ist natürlich keine Dauerlösung; der gesamte Stromverbrauch verdoppelt sich auf ca. 1.5 kWh/Stunde. Aber wahrscheinlich lasse ich es so für ein paar Tage, bis es wieder wärmer wird.

   


RE: Wärmepumpe - Stephan - 12.01.2024

Hallo Richard,

dann hat sich meine Vermutung bestätigt und laut Deiner Berechnung landest Du bei den veranschlagten 150 Tagen anstellen von 930kWh bei 1500 kWh und das ist ziemlich weit von 5000-6000kWh entfernt.

Gruß
Stephan
PS. Gern geholfen :-)


RE: Wärmepumpe - NBGer - 12.01.2024

(12.01.2024, 19:23 )Stephan schrieb: Hallo Richard,

dann hat sich meine Vermutung bestätigt und laut Deiner Berechnung landest Du bei den veranschlagten 150 Tagen anstellen von 930kWh bei 1500 kWh und das ist ziemlich weit von 5000-6000kWh entfernt.

Gruß
Stephan
PS. Gern geholfen :-)

ich habe noch eine andere Optmierung vor. Aber ich weiß nicht, ob das alles nicht zu sehr OFF-TOPIC zum Thema AP des Forums ist.
Ich will ja niemanden langweilen...auf der anderen Seite ist ja saisonbedingt ziemlich tote Hose in der AP und wenig los im Forum ;)


RE: Wärmepumpe - Stephan - 13.01.2024

Hallo Richard,

unter der Prämisse das AP ein Thema ist das möglicherweise die Welt-Ernährungsproblematik lösen kann, unter anderem weil deutlich weniger Wasser für den Anbau von Nahrung benötigt wird, ist der Energie-Verbrauch bzw. der effiziente Energieeinsatz ganz sicher ein weiterer sehr wichtiger Aspekt.

Ich habe dem Ganze bzw. korrekt ausgedrückt Deiner WP ein wenig skeptisch gegenüber gestanden, aber von Dir aus erster Hand zu lesen was das Grät leistet ist eine ganz andere Sache und macht es greifbarer. Wirkfaktoren von 1:4,5 sind schwer greifbar.

Gruß
Stephan


RE: Wärmepumpe - NBGer - 14.01.2024

(13.01.2024, 19:06 )Stephan schrieb: Hallo Richard,

unter der Prämisse das AP ein Thema ist das möglicherweise die Welt-Ernährungsproblematik lösen kann, unter anderem weil deutlich weniger Wasser für den Anbau von Nahrung benötigt wird, ist der Energie-Verbrauch bzw. der effiziente Energieeinsatz ganz sicher ein weiterer sehr wichtiger Aspekt.

Ich habe dem Ganze bzw. korrekt ausgedrückt Deiner WP ein wenig skeptisch gegenüber gestanden, aber von Dir aus erster Hand zu lesen was das Grät leistet ist eine ganz andere Sache und macht es greifbarer. Wirkfaktoren von 1:4,5 sind schwer greifbar.

Gruß
Stephan

Moin Stephan,

da hast Du recht! Man hätte ein Argumentationsproblem bei der AP, wenn man zwar weniger Wasser und weniger Dünger braucht, dafür aber das eine oder andere Kohlekraftwerk wieder anwerfen muss! ;)

zu meiner konkreten Anwendung für's Haus:
Den Heizlüfter 1000 Watt mitlaufen zu lassen, um die Eisbildung zu verhindern, war Blödsinn. Gestern hatte WP+Lüfter zusammen 22 kWh verbraucht, was viel zu viel ist. Irgendwie hatte ich mich in der ersten Einschätzung verrechnet.
Ich mache jetzt (im Moment noch manuell) den Heizlüfter kurz an, wenn die WP sich schlafen legt. Dann geht das Abtauen schneller und die WP läuft wieder an.
Aber auch durch eine andere Maßnahme habe ich eine Verbesserung: Im Abluftkanal habe ich eine Rückschlagklappe eingebaut. Es war nämlich das Problem - wenn die WP steht - dass kalte Luft durch den Abluftkanal einströmt und die WP weiter abkühlt. Bei den aktuellen Minustemperaturen hat dann die WP gar nicht mehr abgetaut.
Auch merke ich, dass die WP aktuell überfordert ist. Die eingestellte Wasser-Solltemparatur erreicht sie im Moment nicht, da der Rücklauf durch's Heizen des Hauses konstant niedrig bleibt. Komischerweise läuft sie zur Zeit nur mit halber Leistung (mit 600 Watt). Sie könnte mehr, macht sie aber nicht. Warum? Keine Ahnung!
Nächste Woche soll es wieder wärmer werden (niedrige Plusgrade), mal sehen wie es dann läuft.

Du hattest auch mal Bedenken wegen der Geräuschentwicklung...da gebe ich Dir zum Teil recht. Manchmal arbeitet sie in einem Last-Bereich, wo es zu Schwingungen oder Resonanzen kommt, dann gibt es zusätzliche Geräusche zum reinen Lüftergeräusch. Im Keller stört das nicht, aber draußen könnte das ein Problem werden.


RE: Wärmepumpe - Stephan - 14.01.2024

Hallo Richard,

wie kommst Du auf die Idee das das zuviel ist? Du heizt ein ganzes Haus bei einer Wunschemp. von 20°C bei Dauerfrost. 150 Tage x 22 kWh = 3300 kWh, immer noch weit von Deinem Spitzenwert 6000 kWh entfernt, selbst wenn man berücksichtigt das Du natürliche auch im Sommer warmes Wasser zum Duschen ...usw. benötigst. Für warmes Wasser geht ca. 1/3 des Jahresverbrauchs durch und daraus würde ein Stromverbrauch von gesamt 4400kWh/a resultieren. Bin gespannt wie sich Deine Mini-WP bei Plustemp. schlägt.

Gruß
Stephan


RE: Wärmepumpe - NBGer - 14.01.2024

(13.01.2024, 19:06 )Stephan schrieb: Hallo Richard,

unter der Prämisse das AP ein Thema ist das möglicherweise die Welt-Ernährungsproblematik lösen kann, unter anderem weil deutlich weniger Wasser für den Anbau von Nahrung benötigt wird, ist der Energie-Verbrauch bzw. der effiziente Energieeinsatz ganz sicher ein weiterer sehr wichtiger Aspekt.

Ich habe dem Ganze bzw. korrekt ausgedrückt Deiner WP ein wenig skeptisch gegenüber gestanden, aber von Dir aus erster Hand zu lesen was das Grät leistet ist eine ganz andere Sache und macht es greifbarer. Wirkfaktoren von 1:4,5 sind schwer greifbar.

Gruß
Stephan

(14.01.2024, 15:44 )Stephan schrieb: Hallo Richard,

wie kommst Du auf die Idee das das zuviel ist? Du heizt ein ganzes Haus bei einer Wunschemp. von 20°C bei Dauerfrost. 150 Tage x 22 kWh = 3300 kWh, immer noch weit von Deinem Spitzenwert 6000 kWh entfernt, selbst wenn man berücksichtigt das Du natürliche auch im Sommer warmes Wasser zum Duschen ...usw. benötigst. Für warmes Wasser geht ca. 1/3 des Jahresverbrauchs durch und daraus würde ein Stromverbrauch von gesamt 4400kWh/a resultieren. Bin gespannt wie sich Deine Mini-WP bei Plustemp. schlägt.

Gruß
Stephan

von den kWh hast Du recht, aber die Kostenbetrachtung sieht anders aus. Eine Kilowattstunde aus Gas ist deutlich günstiger als eine Kilowattstunde aus Strom. Wenn die WP das jeden Tag verbrauchen würde, wäre meine Gesamtjahresrechnung deutlich höher.
Allerdings, unsere Winter sind ja nicht mehr so wir früher...die meiste Zeit diesen Winter hatten wir Temperaturen 5..10 Grad oder sogar höher.
Dann sieht die Gesamtrechnung ganz anders aus, und die 22 kWh sind nur der Maximalwert für ein paar wenige Tage dieses Jahr.

Ich verstehe aber auch das Verhalten der Wärmepumpe nicht ganz. Als ich den ganzen Tag zusätzlich den Lüfter laufen ließ, hatte ich auch nicht mehr als die 20 Grad im Haus, aber insgesamt einen sehr hohen Stromverbrauch . Anstatt mehr Wärme zu produzieren, hat die WP runtergeregelt.
Heute ohne Lüfter habe ich auch 20 Grad; die WP braucht zwar etwas mehr Strom, aber dafür fallen die 1kW Heizlüfter weg.
Die 20 Grad sind wie festzementiert. 1..2 Grad mehr wären angenehmer! Vielleicht gibt es in der WP noch irgendeine Einstellung, die falsch gesetzt ist.
Am Ende des Tages werde ich nochmal den Verbrauch messen. Das Wetter ist ja ähnlich wie gestern. Von daher müssten sich die Werte vergleichen lassen


RE: Wärmepumpe - NBGer - 16.01.2024

die erste Euphorie weicht langsam der Ernüchterung.

ich kann die WP nicht dazu bringen, ein oder zwei Grad mehr zu liefern. Es sieht fast so aus, als regelt sie den Rücklauf auf 20 Grad.
Eigentlich habe ich 27 Grad Solltemperatur eingestellt. Im Prinzip könnte sie mehr, aber sie läuft meistens nur auf halber Leistung (ca. 600 Watt Strom). Max. könnte sie bis 1.1 kW ziehen. Da ich die Abluft nach außen leite, sollte es auch nicht zu einem "Luft-Kurzschluß" kommen.

Weiterhin habe ich heute laufend wieder mit Vereisung zu kämpfen. Dann wird es der WP zu kalt und schaltet ab (Zu sehen an der Vorlauf Zick-Zack-Kurve). Ich schalte dann einen Heizlüfter ein, bis die WP wieder anläuft. Aber heute läuft sie nicht lange. Gestern war es viel besser. Vielleicht liegt es an der höheren Luftfeuchtigkeit. Außen sind es etwa 70% bei 0 Grad.
Ich frage mich, ob die WP außen für ihre eigentliche Bestimmung Aquaponik zuverlässig laufen würde. Bei mir im Keller, wo die WP steht, hat es aktuell um die 13 Grad. Auch im Sommer hat es draußen oft nicht mehr. Es könnte passieren, dass auch dann die WP abschaltet und erst nach Stunden wieder an geht.
Nur der Strombedarf insgesamt ist erfreulich niedrig. Gestern habe ich 11 kWh verbraucht (der zeitweise laufende Heizlüfter schon mit eingerechnet), heute wird es etwas mehr.


   


RE: Wärmepumpe - NBGer - 01.02.2024

ein Update zum Monatsende:
der Januar ist um. meine kleine WP hat diesen Monat ziemlich genau 300 kWh verbraten, um das Haus auf Temperatur zu halten. Bei dieser Messung dabei sind aber auch die Verbräuche von den Versuchen mit Heizlüfter. Das habe ich inzwischen aufgegeben und lebe mit den regelmäßigen Vereisungen. Dann steht eben die WP für 1 bis 2 Stunden still.

Eine Verbesserung habe ich aber noch gemacht: In der Zeit, in der die WP steht, stelle ich jetzt automatisch auch die Umwälzpumpe ab. Damit scheint die Fußboden-Temperatur stabiler zu bleiben, wenn die WP nicht läuft. Als die Umwälzpumpe durchlief, hatte ich etwas größere Temperaturschwankungen.
Auch die Rückschlagklappe im Abluftkanal, die ich Mitte Januar eingebaut hatte, hat eine Verbesserung gebracht.

Im Januar war es über längere Zeit richtig kalt. In dieser Zeit konnte ich die 20 Grad Raumtemperatur nicht halten. Es ging runter bis knapp 19 Grad. Das ist für mich nicht mehr Wohlfühltemperatur, aber ich konnte bei Bedarf ja auch noch mit Holz im Kamin zuheizen.

Im Februar sind erst mal deutlich höhere Außentemperaturen angekündigt. Entweder ich bekomme dann eine etwas höhere Raumtemperatur oder die Stromverbrauch wird niedriger..mal sehen!

Die Verbrauchsrechnung ist recht erfreulich. Im Durchschnitt hatte ich im Januar ca. 10 kWh/Tag. Das würde bei 150 Heiztagen/Jahr 1500 kWh Strom bedeuten bzw Kosten von 450€ (aktuell zahle ich 30 Cent pro kWh). Da der Januar wahrscheinlich der kälteste Monat dieses Jahr war, wird die Gesamtrechnung eventuell etwas niedriger ausfallen.


RE: Wärmepumpe - NBGer - 24.02.2024

Der Monat Februar ist zwar noch nicht ganz um, aber ich gebe trotzdem nochmal ein Update zum "Mißbrauch" meiner Pool-Wärmepumpe.
Außerdem ist im Forum zur Zeit eh kaum was los ;)

Wie erwartet ist der Februar etwas wärmer als der Januar. Das wirkt sich auch auf meine WP aus.
Zum Einen hat die WP diesen Monat im Schnitt nur noch 8,3 kWh pro Tag verbraucht, zum Anderen sind jetzt auch die Raumtemperaturen wieder höher und liegen bei angenehmen 20..22 Grad. Außerdem habe ich diesen Monat fast nie meinen Kamin angeschürt; das war nicht notwendig und ich war auch etwas faul ;)
Ich habe diesen Monat auch nichts mehr am Aufbau geändert; das Ganze läuft zufriedenstellend. Nach wie vor vereist die WP regelmäßig und schaltet eine Zeit lang ab zum Abtauen.
Im Anhang ein Mittschnitt vom heutigen Tag. Die Aufzeichnung startet kurz nach Mitternacht und geht bis etwa 18:00.
Bei einer Außentemperatur von 3 Grad nachts bis 10 Grad nachmittag bewegen sich alle gemessenen Temperaturen der WP und der Fußbodenheizung zwischen 22..27 Grad.

Am Aufbau habe ich zwar nichts geändert, ich habe aber einiges an Aufwand in die Steuerung gesteckt.
Ich habe jetzt für die Heizung und die Solarthermie ein eigenes Programm für die Steuerung geschrieben, was jetzt in meiner (bereits vorhandenen) Steuerung für die Haus-Automation mitläuft. Dazu lese ich einige Temperatursensoren ein und steuere die Pumpen.

Mit der Solarthermie ("ST") gab es nämlich auch öfter mal Probleme. Ich hatte schon letztes Jahr zufällig festgestellt, dass oft unnötigerweise die Pumpe der ST läuft, teilweise sogar die ganze Nacht. Das führte dann dazu, dass warmes Wasser aus dem Warmwasserspeicher in den Kollektor hochgepumpt wurde und über Nacht der Speicher wieder kalt wurde.
Das scheint daran zu liegen, dass die Temperatur oben am Kollektor zeitweise zu hoch gemessen wird (um bis zu 10 Grad). Den genauen Grund habe ich nicht herausgefunden. Entweder ist Dampf oder Luft in der Anlage oder die Leitungen vom Dach zu Keller sind schlecht isoliert und führen zu einem Wärmeverlust. Die alte Steuerung der ST hatte nur 2 Sensoren; oben am Kollektor und im Warmwasserspeicher. Sobald die Temperaturdifferenz hoch genug war, wurde die Pumpe eingeschaltet.

Ich messe jetzt zusätzlich die Temperaturen am Vorlauf und Rücklauf der ST direkt am Warmwasserspeicher. Wird die Rücklauftemp. höher als die Vorlauftemp. , schalte ich die Pumpe ab. Da ich jetzt alle Sensoren selbst im Griff habe, kann ich jetzt auch alles aufzeichnen und die Funktion überprüfen.
Die Pumpen der Heizung ("HZ") steuere ich jetzt auch selbst, wobei ich hauptsächlich nur Vorlauf und Rücklauf an der WP prüfe und entsprechend die Pumpen schalte.

Damit komme ich jetzt zu einer weiteren Idee, die ich umsetzen möchte. Stichwort "Rücklaufanhebung"
Wenn man meine angehängte Aufzeichnung genauer betrachtet, sieht man auch Vorlauf- ("VL") und Rücklauftemp. ("RL") der ST.
Und man kann erkennen (wenn die ST läuft), dass ziemlich warmes Wasser im RL wieder zum Kollektor hochgepumpt wird.
Das liegt daran, dass die RL-Temperatur ja eigentlich nie niedriger sein kann als die Temperatur im Warmwasserspeicher.
Heute kam nur zeitweise etwas Sonne raus, aber so ca 6 Stunden ist die ST trotzdem gelaufen und hat den Speicher auf 40 Grad erwärmt.
In dieser Zeit war die ST-RL Temperatur meistens deutlich höher als die HZ-RL Temperatur der Fußbodenheizung ("FB").
(Ich habe das entsprechende Delta mit einem roten Pfeil in der Aufzeichnung markiert)
In dieser Zeit hätte ich den FB-RL mit dem ST-RL anwärmen können (--> "Rücklaufanhebung"). Da meine FB mit recht niedrigen Temperaturen läuft, hätte ich wahrscheinlich für ein paar Stunden die Stromkosten für die WP sparen können.

Soweit die Theorie! Das Ganze will ich mit einem Plattenwärmetauscher realisieren, der die Wärme vom ST-RL auf den FB-RL überträgt.
Inzwischen habe ich die meisten Teile dafür bereits da oder bestellt; zumindest das, was man nicht im Baumarkt bekommt.
Details werde ich bald mal nachliefern.
Meine Hoffnung ist, dass sich das Ganze besonders in der Übergangszeit (Sept, Okt, Mrz, Apr) rechnet.
In Monaten wie November ist meist trübes Wetter und da kommt kaum was vom Dach!

Das Ganze hat ja jetzt eigentlich nichts mit Aquaponik zu tun. Aber falls das mit der Rücklaufanhebung funktioniert, werde ich das im Sommer so ähnlich für meine AP nutzen. Im Sommer liefert die ST sowieso viel zu viel Energie. Der Warmwasser-Speicher ist oft bis zur max. Temperatur aufgeheizt und die überschüssige Energie kann gar nicht genutzt werden.
 
   


RE: Wärmepumpe - Hermann. - 28.02.2024

Hallo Richard,

das ist spannend und für den Sommer mit sicherheit voll lohnenswert.
Ein Aspekt dazu, die Solaranlage schafft ein Delta, sprich wenn der Vorlauf der Solaranlage so weit durch andere Verbräuche runter gezogen wird, bekommst du entsprechend niedrigere maximalen Temperautren im Speicher. Die Temp Achse ist nicht zu erkennen, sagen wir mal du bekommst 10 K Spreizung vom Dach, wenn du mit niedrigerer Vorlauf aus FB Kreis mit 22 Grad hoch gehst bekommst evtl 11-12 K Delta runter, sprich max 34 °C, je nach aufbau mußt du gegenüber Warmwasser mit weiterem Delta rechnen. Max Wassertemp dann 30-32 °C statt jetzt 40°C.

Gruß Hermann


RE: Wärmepumpe - NBGer - 28.02.2024

(28.02.2024, 19:14 )Hermann. schrieb: Hallo Richard,

das ist spannend und für den Sommer mit sicherheit voll lohnenswert.
Ein Aspekt dazu, die Solaranlage schafft ein Delta, sprich wenn der Vorlauf der Solaranlage so weit durch andere Verbräuche runter gezogen wird, bekommst du entsprechend niedrigere maximalen Temperautren im Speicher. Die Temp Achse ist nicht zu erkennen,  sagen wir mal du bekommst 10 K Spreizung vom Dach,  wenn du mit niedrigerer Vorlauf aus FB Kreis mit 22 Grad hoch gehst bekommst evtl 11-12 K Delta runter, sprich max 34 °C, je nach aufbau mußt du gegenüber Warmwasser mit weiterem Delta rechnen. Max Wassertemp dann 30-32 °C statt jetzt 40°C.

Gruß Hermann

ich gebe Dir da vollkommen recht. Es wird dazu führen, dass sich das Warmwasser langsamer aufwärmt oder nicht so warm wird.
Ich mache ja öfter Aufzeichnungen, auch wenn ich nur die von einem Tag gepostet habe. Auf jeden Fall ist in der jetzigen Übergangszeit oft zu beobachten, dass die Solarthermie nachmittags eigentlich leer läuft. Die Sonne reicht noch nicht aus, um wirklich heißes Wasser zu erzeugen. Das Warmwasser hat dann bereits die Temperatur im Kollektor erreicht (bzw. die Vorlauftemperatur); z.B. 40 Grad.
Dann gibt es zwischen Warmwasser und Kollektor kein Delta und die SL-Pumpe schaltet ab. Ich nennen das mal "Sättigung"
In dieser Zeit könnte die SL aber noch die Heizung unterstützen.

Zu den Achsen:
Ich hab dieses Programm zum Aufzeichnen selbst geschrieben (Protokolle für S7-Steuerungen).
Die Achsen bzw. die Beschriftung der Y-Achse kann ich noch nicht darstellen. Wird noch kommen

Anbei nochmal ein Screenshot:
Ich habe die Aufzeichnungen erweitert mit Außentemperatur und solare Globalstrahlung. Das war ein wechselhafter Tag, immer wieder mal Wolken; An der wilden, blauen Linie der Globalstrahlung kann man jede einzelne vorbeiziehende Wolke erkennen.
Man sieht im Screenshot auch, dass sich ab der Mittagszeit beim Warmwasser kaum mehr was tut, das Warmwasser hat bereits ca. 50 Grad und vom Sonnenkollektor kommen keine höheren Temperaturen