Der Gedanke mein System mit anderen zu teilen ist mir erst recht spät gekommen, muss ich zugeben.
Aber wie sagt man so schön, besser spät als nie. Da ich eigens für das Projekt eine kleine Portfolio-Seite gebaut habe,
werde ich hier gar nicht groß um den heißen Brei rumschwafeln, sondern einfach mal die Seite und ein paar Basics
zum System dalassen. Das Spannendste an der ganzen Seite ist für euch höchstwahrscheinlich die Galerie, in der ich
den Aufbau und das laufende System über einige Monate hinweg dokumentiert habe. Ganz unten in der Galerie findet
ihr auch ein Video, das eine kleine Tour durch den Dome macht.
Das System ist im Prinzip ein kleines, clever-angeordnetes IBC-System, das ich unter eine 2v ½ Geosphäre (geodesic dome)
gestellt habe, um es ganzjährig fahren zu können. Eine, wenn nicht die übergeordnete Idee, bestand darin, ein so autarkes
System wie möglich zu bauen, egal wie groß es letztendlich würde. Im Endeffekt hat es dann an Nerv und Wille gefehlt, aber
eigentlich hätte ich mit dem Dome auch noch locker Regenwasser und Sonnenenergie sammeln können; beides wäre jedoch für
eine „erste Runde“ definitiv overkill gewesen: Wasser gibt’s bei uns in Mitteleuropa mehr als genug und die paar hundert Euro
Stromkosten hab ich dann lieber so bezahlt als ungewiss mit Solar rumzuhantieren und einen Verlust einzufahren, der sich
weder ökonomisch noch erfahrungs-technisch gerechnet hätte.
Der Dome ist mit 6mm Polycarbonat (Hohlkammerplatten) abgedeckt und ist in der Kombination mit ein paar Zeitschaltuhren,
2 Heizstäben, einer 150W Natriumdampflampe und ein paar Stunden elektrischen Heizens mehr als entspannt durch die kalte
Jahreszeit gekommen. Der Aufbau erschließt sich dem interessierten und Aquaponik-geübten Auge sofort: 1100L Fischtank,
600L Sumpf, 3x 35cm hohe Gewächsbecken gefüllt mit Lavastein. 3 Affnan Siphons und eine SLO im Fischtank, die am oberen
Rand überläuft plus eine kleine Notdrainage von Fischtank zu einem Becken.
Der Dome wurde November 2015 fertig gestellt und direkt eingefahren (cyclen). Im Januar habe ich das System dann mit 60 Karpfen
besetzt (Nochmal ein dickes Danke an das LetsGrow-Team an dieser Stelle! Super Service und Know-How!), von denen ich im September
vier geschlachtet habe. Den Rest habe ich weiterverkauft, da ich im Oktober 2016 ins Ausland bin. Ich bin mir durchaus bewusst, dass
ich nicht das volle Potenzial ausgeschöpft habe..
Ich bin zwar wieder in Deutschland, werde mich aber irgendwann im Februar komplett aus dem Staub machen.
Falls irgendwer Interesse an der Übernahme solch eines Systems hegt, kann er sich gerne bei mir melden.
ich bin in der Planung: Die Anlage kommt in ein 10m² Gewächshaus, dieses wird nächste Woche geliefert, die Aushubarbeiten für das Fundament starten im Februar. Ich möchte die Hitze des Sommers (warme Luft im Gewächshaus) über Rohre unter das Fundament des Gewächshauses bringen, die Luft gibt die Wärme im Erdreich ab und gelangt dann abgekühlt wieder ins Gewächshaus. Die Pflanzbecken kante und schweiße ich aus rostfreien Blech 1.4301, beim Fischbehälter bin ich noch am überlegen, eine Schweißkonstruktion für 1,2m³ geht ordentlich ins Geld, vielleicht findet sich ja ein passender Behälter aus einer Molkerei. Was wäre die optimale Form für dieses Volumen? Ich meine, was ist für Tilapia besser? Wassertiefe oder mehr Fläche des Beckens?
Ich bin neu in der ganzen Thematik und hab paar Fragen.
Ich will um Aquaponik besser zu verstehen und selbst mal auszuprobieren, mir selbst eine kleine Anlage in die Küche stellen.
Aus Platzgründen soll es nur aus einem Aquarium und dem Pflanzbecken bestehen, ohne Sumpftank.
Das mit Blähton gefüllte Pflanzbecken soll wegen dem fehlenden Sumpftankt, konstant unter Wasser stehen und durchströmt werden. Hab gesehen das es auch gehen soll.
Jetzt meine Fragen:
- Entsteht durch die Konstante Nässe nicht Schimmel oder ungewollte Bakterien?
- Würmer um den Kot der Fische zu verarbeiten kann ich denk ich vergessen, die würden denk ich absaufen. Sollte ich da einen Filter verwenden? (Keinen schwamm sondern wo der kot sich auf dem Boden absetzt, eine Art abscheider)
Geschrieben von: db1 - 31.12.2016, 19:47 - Forum: Neu hier?
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Hallo,
mein Name ist Daniel, ich wohne im Niederösterreichischen Mostviertel und möchte 2017 mein Aquaponic System beginnen. Interesse habe ich schon einige Jahre, die Anlage von Herrn Gerhard Zechner in Mönchhof habe ich besichtigt, einige Bücher darüber gelesen und trotzdem noch unsicher wie ich die Sache angehen soll. Zu den Rahmenbedingungen: Die zur Verfügung stehende Fläche ist groß genug- Strom, Wasser (unter anderem ein eigener kleiner Bach sowie ein wenig genutzter Schwimmteich), Kanalisation ist vorhanden. Ein kleines Gewächshaus, welches ich einbinden möchte wird im Frühjahr aufgestellt. Ich möchte das Rad nicht neu erfinden, sondern für Gemüse und Fische (bis sie auf dem Teller landen) die besten möglichen Bedingungen schaffen. Die Größe der Anlage soll so bemessen werden, dass der bisherige Hausgarten mit 50m² ersetzt werden kann, die Abschätzung der relevanten Anlagengröße möchte ich in nächster Zeit mit Hilfe dieses Forums sowie dem Buch von Bernstein Sylvia ermitteln.
So weit so gut...
Alles Gute für 2017 und liebe Grüße aus dem Mostviertel
Daniel
Eigentlich wollte ich bereits im Juni mein fertiges Glashaus mit Stören und Tilapias präsentieren. Ich habe erstens die Arbeit am Glashaus völlig unterschätzt und zweitens relativ viel Pech mit dem Wetter gehabt - immer wenn ich Zeit hatte - in meinem Beruf habe ich immer so ein oder zwei Wochen durchgehend Zeit und dann geht lange wieder gar nichts - hat es meist geregnet.
Zu aller erst möchte ich mich bei Albert bedanken - er hat mir viel bei der Planung des Glashauses geholfen - außerdem hat mir seine Webseite Algen & Fisch den Weg für meine Ideen geebnet.
Gepant habe ich für den Anfang 40 Sibirische Störe über 2 Jahre auf 2 kg zu füttern, außerdem 40 Tilapias von Anfang April bis Dezember so groß wie möglich werden zu lassen. Außerdem plane ich mit Graskarpfen zu experimentieren. Das ist aber die geplante Endausbaustufe. Genauso die Idee, so viel Futter wie möglich - Würmer, Larven und Graspellets (für die Graskarpfen) selbst zu produzieren. Wahrscheinlich werde ich das aber alles zusammen erst in der Pension schaffen.
Warum ich das jetzt schon reinstelle , obwohl es noch nicht fertig ist - es ist Winter und es wird viel geplant - vielleicht inspiriert das Glashaus ja jemand, es nachzubauen oder Teile davon zu übernehmen.
Ich habe versucht möglichst viel zu recyceln bzw. nur ökologische Materialien zu verwenden - kein PVC, die Glasplatten habe ich schon vor 15 Jahren gesammelt, die Fundamentplatten sind aus Holzbeton selbst gegossen, der Eisenrahmen ist aus Altmetall selbst geschweißt, außerdem hab ich so viel Holz wie möglich verwendet - außen nur Lärche. Die Rollierung ist aus Glasschotter (1 m3, wobei 350 l für eine möglichen Filter übrig sind) Die Polycarbonatplatten sind 25mm dick mit einem relativ guten k-Wert.
Seit Anfang Dezember habe ich eigentlich Zeit, es fertigzubauen - es sind alle Teile fertig, leider gab es diesen Dezember keine trockenen Tage über 5°C (Silikonieren und Leimen sind leider unter 5° nicht möglich). Aber wahrscheinlich muss ich jetzt bis zu den ersten warmen Frühlingstagen warten. Am letzten Foto seht ihr, wie es dann fertig ausschauen soll.
Ich habe nach dem Motto gebaut, möglichst wenig Wärme verlieren - darum auch das Fundament. Geheizt werden soll im Frühling mit dem Reststrom von der Photovoltaikanlage und im Herbst/Winter mit einem Biomeiler. Es gibt dort auch einen Kamin - ich könnte zur Not einen Pelletsofen dranhängen.
Alle Acrylglas-Seitenteile können im Sommer ganz leicht weggeklappt und auch ausgehängt werden, denn wenn es so einen Sommer wie 2015 gibt, dann würde da drinnen alles verbrennen.
Die Größe ist 15m2 (3x5) - die bei uns maximal erlaubte Größe ohne Baugenehmigung - und soll zu je einem Drittel den Fischen / Planzen / Menschen gehören.
Meine restlichen Ideen hab ich ja schon in einem anderen Beitrag in meiner Planungsphase dargelegt:
Geschrieben von: jweiss - 23.12.2016, 19:13 - Forum: Neu hier?
- Keine Antworten
Hallo zusammen,
ich bin aus Zufall auf Aquaponik gestoßen. Betreibe es selbst noch nicht aber werde mir über den Winter mal was einfallen lassen. Ich lese einfach mal hier mit und wenn ich was weiß kommentiere ich auch.
wenn ich denn meine Anlage fertig habe werde ich die natürlich auch vorstellen.
wenn ich von Aquaponik lese, finde ich immer wieder eine Aussage: Fischausscheidung=Ammoniak wird zu Nitrit wird zu Nitrat. Aber Pflanzen benötigen nicht allein Nitrat für ein gesundes Wachstum. Neben Licht und Luft werden vor allem Stickstoff [N], Phosphor [P], Kalium [K], Kalzium [Ca], Magnesium [Mg] und Schwefel [S] benötigt (korrigiert mich wenn ich was vergessen habe oder Mist erzähle). Im Beitrag "Welchen Dünger für Hydroponik?" wurden bereits ein paar zusätzliche Düngemittel zur Ergänzung eurer Aquaponikanlagen vorgestellt. Auch ich möchte, dass es den Pflanzen in meiner zukünftigen Anlage an nichts fehlt, ohne dadurch die Fische zu belasten. Dabei würde ich jedoch gern auf irgendwelche Düngezusätze die ich regelmäßig nachkaufen muss verzichten. Deshalb würde mich interessieren ob von euch jemand einen Weg kennt eine natürliche Düngemittelerzeugung (gerne auch mehrere separate Stationen für unterschiedliche Nährstoffe) in eine AP-Anlage zu integrieren, wodurch die weitere Zugabe von chemisch hergestelltem Dünger überflüssig wird. Kann man beispielsweise den sogenannten Wurmtee (dieser soll wohl sehr reich an fast allen notwendigen Nährstoffen sein) zusätzlich in das Wasser geben oder würde dies zu einer übermäßigen Algenbildung bzw. sogar zur Vergiftung der Fisch führen?
Eine nicht selbst erzeugte Düngung im AP-System würde bei mir irgendwie den Reiz an dem Ganzen nehmen. Meines Erachtens sollten möglichst wenige "unnatürliche Stoffe" (damit meine ich in diesem Fall vor allem alles was man nicht selber zuhause erzeugen kann) in das System eingebracht werden.
gibt es bei der privaten (nicht kommerziellen) Nutzung einer Aquaponikanlage eigentlich gesetzliche Bestimmungen die eingehalten werden müssen? Muss man beim Veterinäramt mit einer solchen Anlage gemeldet sein?
Mein Vater hat letztens selber Hühnereier im Brutkasten ausbrüten lassen. Nachdem die Küken geschlüpft sind mussten diese geimpft werden. Um den Impfstoff zu erhalten musste er eines der Küken zum Tierarzt bringen (als Beweis dafür, dass der Impfstoff wirklich für Tiere genutzt wird) und seine Hobby-Hühnerzucht (nicht kommerziell) beim Veterinäramt anmelden.
Gibt es für die Fischhaltung und Zucht auch solche oder andere Auflagen?
nachdem ich mich gerade im "Neu hier!" Thread vorgestellt habe, möchte ich nun meine Überlegungen zu meiner Vision einer AP-Anlage vorstellen.
Ich habe meinem Post eine schematische Darstellung beigefügt. Nun zur Erläuterung:
Ich möchte ein 1500 L Fischbecken ausheben, welches etwa 1,2 m in die Erde reicht. Außerdem wird das Becken mit Dämmstoffen isoliert um zu starke Temperaturschwankungen zu vermeiden. In diesem Becken würde ich zunächst gerne Spiegelkarpfen einsetzen, da ich in einigen Posts bereits gelesen habe, dass diese sehr einsteiger-freundlich sind.
Die Tiefe sollte ausreichen um das Becken im Winter nicht vollständig zufrieren zu lassen. Sollte doch mal ein harter Winter kommen kann man nach dem gefrieren der obersten schicht etwas Wasser ablassen, sodass sich eine Luftschicht zwischen Eis und Wasser bildet welche isolierend wirkt (klappt beim Gartenteich eines Bekannten sehr gut).
Im Sommer soll das Raftingsystem auf dem Becken die Sonneneinstrahlung und damit die Wärmeentwicklung reduzieren. Sollte das nicht reichen würde ich ein Dachkonstruktion anstelle des Raftingsystems installieren.
Zusätzlich würde ich gerne eine Krebssorte am Boden des Beckens halten. Damit diese sich nicht mit den Karpfen "in die Schuppen kriegen" (*Schenkelklopfer*) würde ich sie in einem Käfig halten. Warum Krebse? Ich habe gelesen das diese die Feststoffe aus den Ausscheidungen der Fische fressen und damit noch feiner zersetzen. Zusätzlich sollen sie ein leckerer Snack für besondere Gelegenheiten sein. Welche Krebssorte ich da verwenden würde weiß ich noch nicht genau. Hatte an Marmorkrebsen überlegt, aber eine heimische Art wäre mir lieber. Marmorkrebse sollen jedoch sehr schnell wachsen und sich dazu auch noch selbst vermehren können. Klingt nicht schlecht, wenn man nicht jedes Jahr neue Tiere fürs Becken kaufen möchte.
Zu der Besatzdichte habe ich hier im Forum schon einiges gefunden. Aber wie groß sollte ich das Filterbecken auslegen? Was für Vor- und Nachteile seht ihr in den unterschiedlichen Filtertypen? Für mich wirkt der Swirlfilter am wartungsärmsten und trotzdem zuverlässig. In den Videos von Lets Grow sah ich aber vor allem Bürstenfilter. Die Amis scheinen mehr auf den Swirlfilter zu stehen.
Vom Filterbecken käme das Wasser in den Biofilter. Frage dazu: ich habe einige Systeme mit Blähton-Beeten im Internet gesehen. Bei einigen heißt es, dass diese Beete gleichzeitig als Biofilter dienen, trotzdem werden in vielen Anlagen zusätzliche Bio-Filter verwendet. Ist das notwendig oder nicht? Wenn ja, wie groß wählt man den Biofilter (kann ich das berechnen)?
Zusätzlich werde ich einen Wasserspeicher in das System integrieren um evtl. Schwankungen des Wasserspiegels ausgleichen zu können und einfach mehr Volumen im System zu haben, wovon ich mir eine gewisse Stabilität der Bakterienkulturen usw. verspreche.
Über unterirdische Leitungen werde ich die Beete in meinem Gewächshaus versorgen. Hier weiß ich den Faktor Temperatur in den Beeten überhaupt nicht einzuschätzen. Der Blähton wärmt sich doch bestimmt stark auf... kann man von der Fläche der Beete auf den Temperaturanstieg pro Liter Wasser schließen?
Kann man bei anderen Systemen (NFT, usw.) von einer deutlich geringeren Wärmeaufnahme ausgehen?
Die Wärmeentwicklung sehe ich aktuell als größtes Problem. Erst dachte ich es würde reichen das Fischbecken zu isolieren, aber dann viel mir auf, dass die größte Wärmeentwicklung im Wasser der Beete entsteht. Hat jemand eine Anlage mit eingelassenem Fischbecken und kann mir was zu seinen Wassertemperaturen erzählen? Wie hoch sind die maximalen Wassertemperaturen in euren Systemen?
Soweit dazu. Es ist mittlerweile doch spät geworden. Bei Gelegenheit ergänze ich meine Überlegungen noch. Über Verbesserungen des noch sehr groben Layouts der AP-Anlage würde ich mich sehr freuen.