Nach langer Recherche hatte ich mir zusammen mit meinem Vater ein eigenes Aquaponik System im Garten des Elternhauses gebaut (Region Zentralschweiz). Da ich viel Wissen auch von diesem Forum erwarb, würde ich mein System gerne vorstellen und eigene Erfahrungen präsentieren.
Das System ist an in einem Gewächshaus angesiedelt, welches an einem Hang steht, der mehr oder weniger nach Süden ausgerichtet ist. Die Sonne erreicht das Gewächshaus vom frühen Morgen bis zum späteren Nachmittag. Das Gewächshaus ist aus 10 und 16mm Stegplatten gebaut und ist 3x4 Meter gross. System besteht aus zwei 900 Liter Fischtanks (IBC, isoliert) und sechs Growbeds (IBC, ca. 35cm hoch). Bewässert wird mit drei Pumpen (zwischen 3'200 und 4'200 Liter Leistung) mit unterschiedlichen Pumpzeiten, tagsüber wird jedes Growbed nicht ganz jede Stunde bewässert. Zwei der Pumpen sind an PVC Rohre angeschlossen, welche Feststoffe aus den Fischtanks saugen sollen (und dies auch machen). Die Growbeds sind mit Liapor Blähtonkugeln gefüllt (ca 2000 Liter). Bis jetzt habe ich keine Beeinflussung des ph-Wertes dadurch feststellen können. Hatte aber zu Beginn auch Probleme mit einem zu hohen ph-Wert. Mittlerweile scheinen sich aber die Wasserwerte eingependelt zu haben, ich kontrolliere nur noch selten, solang die Pflanzen gut wachsen (was sie tun) und die Fische gut fressen.
Ende Mai wurden zunächst 16 Tilapias (niloticus) eingesetzt, anfangs Juni wurden 70 zt. sehr kleine Tilapias (auch niloticus) nachbesetzt und zusätzlich 8 Goldfische. Tilapias sind zwar gewachsen, jedoch nicht erhofft und diejenigen vom zweiten Besatz waren einfach zu klein / zu spät dran um noch etwas werden zu können. Auch zeigte sich, dass das System trotz guten Pflanzenwachstums, ziemlich mehr Fische oder grössere Fische vertragen könnte. Auch zeigte sich, dass trotz Gewächshaus und Eigenbau Sonnenkollektor (PE Schlauchrolle unter Stegplatte) die Temperatur bei Regen, kälterem Wetter für Tilapias einfach zu kalt ist. Darum werde ich im Herbst Karpfen und Schleien besetzen. Im nächsten Jahr gibts dann wahrscheinlich aber doch noch einmal (wenige) Tilapias. Interessanterweise sind die Tomaten sehr gut gewachsen, wenn man an der Fruchtzahl auch manchmal Nährstoffengpässe ablesen kann. Auch Auberginen sind gut gewachsen, obwohl mit der Zeit die Fruchtzahl markant zurück ging und momentan Ebbe ist. Die Tomaten sind von Wurzelansätzen am ganzen Stamm übersät, was wohl der hohen Luftfeuchtigkeit zuzurechnen ist. Gurken sind regelrecht am wuchern, die scheinen das feuchte Klima zu mögen. Auch gewisse Paprika wachsen gut. Grundsätzlich sind jedoch zu wenig Nährstoffe im System, d.h. der Ertrag könnte wohl noch einmal ziemlich grösser sein. Kräuter kamen nicht so gut, ob aus Licht- oder Nährstoffmangel kann ich nicht sagen.
Mittlerweile habe ich mich für einen teilweisen Umbau entschieden. Da noch ein ungenutzter vergrabener Reservetank vorhanden ist (IBC), werde ich diesen zu einem moving-bed Filter umbauen und wahrscheinlich werde ich auch die beiden IBC Fischtänke verbinden und mit Teichfolie auskleiden. Wie bereits mehrfach beschrieben erhoffe ich mir davon den Vorteil eines robusten Ammonium/Nitrit Abbaus. Zusätzlich kann ich durch das Betreiben des Filter mit einer Strömungspumpe aber auch Strom sparen, da ich weniger häufig in die Beete pumpen muss. Und durch weniger häufige Pumperei in die Beete erhoffe ich mir auch eine Senkung der Luftfeuchtigkeit. Übrigens: Letzte Woche war ich für sechs Tage weg, mein Vater hatte zu dieser Zeit die Fische gefüttert. Leider hatte ich einen Pumpenstecker davor aus der Zeitschaltuhr genommen und nicht wieder zurück gesetzt. Mein Vater hatte davon nichts bemerkt, d.h. zwei Growbeds wurden 6 Tage nicht bewässert. Passiert ist überhaupt nichts, ausser dass wahrscheinlich die Bakterien Überlebensschwierigkeiten hatte...
In den Bildern seht ihr das Aquaponik System zu Beginn, etwas später und in der späteren Halbzeit. Mittlerweile ist das System noch stärker mit Gurken zugewachsen.
Mir geht seit einiger Zeit die Frage durch den Kopf, wo ich mein geplantes System im Freien nächstes Jahr hinstellen soll. Meine Wohnung liegt in einem Mietshaus das denkbar ungünstig ausgerichtet ist:
In frage kommt nur der Nördliche rot markierte Platz. Sonne is da ja recht wenig :D
Besatz: Derzeit noch 2 Skalare (ziehen um) 4 Schmerlen (Zebra/Netz) und ein Dornauge. Soll aber alles auf Kaltwasserfische umgestellt werden.
Beleuchtung: 2 X IKEA Dioder RGB
Ich habe ein wenig gebraucht bis das Siphon zuverlässig arbeitete. Nun ist es aber einsatzbereit. Sollte es wiedererwarten einmal nicht kicken, befindet sich im Standrohr eine 5mm Bohrung um zu gewährleisten dass das Wasser auch ohne Siphon wieder abfließen kann. Ich nutze ohnehin Intervalle per ZSU.
Für das Standrohr habe ich mittig ein 15mm Loch in den Kasten gebohrt. Als Standrohr selbst habe ich ein Leitungsschutzrohr verwendet und entsprechend abgelängt. Am oberen Ende habe ich mittels Flamme und Spitzzange einen leichten Konus erzeugt. Am unteren ende, kurz vorm Ende habe ich das Rohr ebenfalls erhitzt und leicht gedreht.
Als Glocke nutze ich ein 35mm HT Rohr mit Deckel. Den obligatorischen Belüftungsschlauch habe ich ebenfalls bedacht.
Als Sieb dient ein 50mm HT Rohr. Bohrungen hierfür waren nicht nötig, da der Kasten über einen doppelten Boden verfügt und das Wasser somit ohnehin von unten zum Standrohr gelangt.
Hallo Leute!
Ich habe jetzt erstmal einen Punkt erreicht, an dem Abwarten angesagt ist. Ca. 4 Wochen hat der Umbau gedauert.
Alle drei auto. Überläufe funktionieren gut und die Fische sind fidel. Dis Bepflanzung wird langsam umgestellt. Ich habe noch zu wenig Pflanzen und die Wasserpflanzen sollen fast ganz raus. Mal sehen wie die Filterbeete und der Wirbelfilter sich machen. Ich habe vor einer Woche aus einen Tambaquiteich vom Züchter billig die Tilapias (ca. 3 Euronen) bekommen. Die vier grösseren habe ich im Einzeltank. Vieleicht habe ich ja Glück, von wegen Nachwuchs.
Bis jetzt sehen die Salate nicht so gut aus (noch kein Sonnenschutz), aber die Tomaten und vor allem das Basilikum machen sich schon ganz gut, dafür dass noch nicht so viele Nährstoffe und Bakterien im Kies vorhanden sind.
Die Sprudelsteine habe ich noch nicht oft in Betrieb, weil ich denke, dass es erstmal genug Saustoff hat.
Ich wünsche allen hier viel Spass und Erfolg bei ihren Arbeiten und, dass die Systeme und deren Fangemeinden wachsen mögen.
mlG Maik
bin umgezogen und wollte auch mein kleines aquaponiksystem ein wenig umgestalten. hauptsächlich ging es mir dabei um die komponente licht. der neue platz für mein system bietet kaum direktes sonnenlicht (nur abends für 1-2h).
burli's LED planzenlichter gefielen mir sehr gut und so habe auch ich mich dafür entschieden, high power LEDs zur indoorbeleuchtung zu verwenden.
ich wollte mal sehen ob man zwischen LSR und LED einen signifikanten unterschied erkennt, wenn man (ungefähr) dieselbe watt-zahl verwendet, also gleich viel energie hineinsteckt. von der klarheit des ergebnisses war ich selbst ein wenig überrascht.
im folgenden bild sind links die pflanzen, welche unter LSR waren, und rechts unter LED (16 tage nach dem einpflanzen der samen):
hier nun das aktuelle system, bisschen kompakter in einem regal verbaut
bisher bin ich noch nicht voll ausgestattet, habe erst 2 leisten mit LEDs, weiter sollen noch folgen. habe auch nur royal-blaue leuchten, nach ein paar experimenten mit roten bzw blauen und roten, werde ich dann die endgültige zusammensetzung bestimmen.
hoffe, dass ich dadurch ein bisschen extra boost beim pflanzenwachstum bekomme.
links möchte ich noch weiße paneele zur lichtreflexion anbringen (kein alu, da mir das nicht besonders gefällt), mal sehen wie sich die dinge so entwickeln.
Mal eine Frage zu Tomaten in Aquaponik. Ich hab hier im Moment das Problem, dass die Tomaten teilweise eine harte Schale haben und platzen. Ursache ist die häufige Trockenheit, weil die Tomaten in Blumentöpfen sitzen und bei der Hitzewelle mehrmals am Tag ausgetrocknet waren.
Das Problem besteht ja bei Aquaponik nicht. Wie sieht es denn da aus mit der Schale? Platzen da welche?
ich habe angefangen mich mit der Aquaponic zu beschäftigen und will diese im Garten integrieren.
Da ich Kleingärtner bin, will ich ca. 25 m² komplett mit 110 Rohren verrohren.
(Meine Pflanzreihen im Nutzgarten) drunter Unkrautvlies drüber Kies.
Nun gehts los mit der Fragerei::huh:
Ich habe einen normalen Gartenteich. Dieser bekommt ein 5 Watt Mammut und fördert das Wasser durch die Beete. (Mein Pflanzenfilter)
Ebbe und Flut wird nicht enstehen. Ist das wichtig?
Ich könnte auch eine zeitschaltuhr dranmachen, dann werden die Rohre halt nur ab und an geflutet?
Fische:
Ich will normale Zierteichfische halten (Goldfische in allen Varianten) geht das?
Wenn ja, wieviele bringen genug Dünger für 25 m²
Danke schonmal fürs erste, die fragerei geht sicher weiter...
Da bei mir Fischbecken und Vortex schon einiges an Platz auf der Terrasse wegnehmen, kam mir die Idee das Hel-X direkt in den Sumpf zu packen. Fischtank hat 3000l, Sumpf mindestens 2000l, Vortex 200l. Ich könnte die Beete z.B. so fluten, das ca. alle 15 min ein Flush in den Sumpf zurückkommt. Durch eine ovale Sumpf- Form könnte für eine ordentliche Wasserbewegung gesorgt werden.
Ausserdem gibts noch ein NFT, wo ja eine Pumpe schon dauerhaft läuft.
In der Reihenfolge Sumpf- NFT- Fischtank- Vortex- (eventuell Feinfilter hinterher) und zurück in den Sumpf wäre auch ne Idee für eine dauerhafte Filterung.
Wie würdet Ihr das Ganze umsetzen?
Und funktioniert Hel-X im Sumpf?